Gott und Grundgesetz sind untrennbar! - Wieso das Kreuz zu Deutschland gehört

May 31, 2018

 

 

In Deutschland ist nach dem Beschluss der bayrischen Staatsregierung, welcher eine Aufhängung von Kreuzen in allen Dienstgebäuden des Freistaates vorsieht, mal wieder eine hitzige Diskussion über die Rolle von christlichen Symbolen in der Öffentlichkeit entbrannt. Da alle anderen Parteien strikt auf die Trennung von Kirche und Staat pochen, stellt sich nun für die CDU die Frage, ob sie dem Kurs von Markus Söder und der CSU folgen oder vielmehr den lauten Rufen nach totalem Säkularismus nachgeben will. Was ist der richtige Weg?

 

Was sagt das Grundgesetz?

 

Die deutsche Verfassung kennt – anders als z.B. das laizistische Frankreich – keine Trennung zwischen Kirche und Staat. Es mag viele Leute überraschen, aber im Grundgesetz findet sich eine derartige Bestimmung nicht. Es mangelt zwar nicht an Versuchen, ein derartiges Prinzip (und damit nichts anderes als die persönliche Meinung) in die Verfassung hineinzulesen, ein genauerer Blick wird allerdings zeigen, dass unsere Verfassungsväter eine ganz andere Idee vom Verhältnis zwischen Kirche und Staat hatten. Zwar lassen sich aus der Verfassung sowohl die Möglichkeit des „Nichthabens“ einer Religion (negative Religionsfreiheit) als auch ein Grundsatz der religiösen Neutralität des Staates ableiten. Allerdings schützt die negative Religionsfreiheit nicht vor der bloßen Konfrontation mit religiösen Symbolen und der Grundsatz der Neutralität darf nicht als ein Gebot zur Verdrängung der Religion aus der Öffentlichkeit oder als Rechtfertigung für die Erhebung des Atheismus zur Staatsreligion verstanden werden. Das in unsere Verfassung inkorporierte Staatskirchenrecht der Weimarer Reichsverfassung (Status der Kirchen als Körperschaften des öffentlichen Rechts u.v.m.) zeigt vielmehr, dass die Verfassungsväter gemeinsame Aufgaben und Zielsetzungen von Staat und Kirche gesehen haben. Der öffentliche Raum soll also keineswegs „religionsfrei“ sein. Kreuze im öffentlichen Raum sind in der Bundesrepublik nichts Neues und haben eine lange Tradition. Sie stehen völlig im Einklang mit dem Willen unserer Verfassungsväter. Es ist jedenfalls schwer vorstellbar, dass Adenauer (damals Präsident des Parlamentarischen Rates) ein nicht im Verfassungstext stehendes Verbot für christliche Symbole ins Grundgesetz integrieren wollte.

 

Gewachsene christliche Kultur

 

Der Staat hat nicht die Aufgabe sich selbst als Kulturschaffender zu betätigen. Er muss vielmehr eine Gesellschaftsordnung begründen, die auf den kulturellen und religiösen Traditionen des Landes aufbaut. Es sind gerade diese gewachsenen Traditionen, die einen natürlichen Abwehrmechanismus gegen totalitäre politische Ideologien darstellen. Europa ist ein christlicher Kontinent und Deutschland ein christliches Land. Daran gibt es keinen vernünftigen Zweifel. Egal, ob die in der Schöpfungsordnung angelegte Siebentagewoche, unser Kalender, die christlichen Feiertage, Kirchtürme, Kapellen, Gipfelkreuze, Wegkreuze oder  christliche Institutionen wie Krankenhäuser oder Schulen, man kommt in Deutschland am Christentum einfach nicht vorbei. Die christliche Kultur ist mit der deutschen Kultur und damit letztlich auch mit dem deutschen Staat so eng verwurzelt, dass eine Trennung nicht möglich ist. Der Staat hat auch nicht die Aufgabe, gewachsene christliche Traditionen aus den Köpfen der Menschen zu verbannen. Das Christentum hat Deutschland zu dem Land gemacht, was es heute ist.

 

Vorstaatliches Fundament des Staates

 

Der freiheitlich-demokratische Staat stützt sich auf Grundlagen, die er selbst nicht schaffen kann. Es gibt Werte, die als Vorbedingung für einen freiheitlichen Staat vorhanden sein müssen, bevor der Staat selbst existiert und die auch nie verlorengehen dürfen. Das sind vor allem die gleiche Würde eines jeden Menschen und die Freiheit des einzelnen Individuums. Der Staat selbst kann den Menschen weder Würde noch Freiheit geben. Der Staat kann Würde und Freiheit lediglich verteidigen. Der Ursprung dieser Werte findet sich ausschließlich im Christentum, welches von einer im Ebenbild Gottes geschaffenen und mit freiem Willen ausgestatteten Person ausgeht. Ohne das Christentum gibt es keine Grundlage für die fundamentalsten Werte unserer Verfassung. Es waren nicht einfach die Werte der Aufklärung, die aus dem Nichts den demokratischen Staat erschaffen haben. Es war vielmehr das biblische Menschenbild, die christliche Positivbewertung von Verstand, Wissenschaft und Marktwirtschaft, die den Aufstieg des Westens und auch die Entstehung der Aufklärung erst ermöglich haben. Auch das Grundgesetz geht von einem vorstaatlichen gottgegebenen Naturrecht aus, welches die Grundlage der Verfassung darstellt. Das zeigt sich sowohl im Gottesbezug der Präambel („Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen“) als auch in zahlreichen naturrechtlichen Formulierungen (z.B. „Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.“). Das gilt nicht nur für die deutsche Verfassung, sondern auch für andere Verfassungsdokumente der westlichen Welt. So betont die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776, dass alle Menschen gleiche,

 

gottgegebene und nicht veräußerliche Freiheitsrechte besitzen („We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.“). Das Kreuz in staatlichen Gebäuden symbolisiert genau das. Der Staat fußt auf einem Fundament, welches er nicht selbst geschaffen hat und auch nicht verändern kann. Ein Staat, welcher dieses grundlegende naturrechtliche Fundament verlässt, ist nur noch ein Staat um des Staates willen. Der Staat ist aber kein Selbstzweck, sondern ein Instrument zur Verteidigung der vorstaatlichen Würde und Freiheit eines jeden Menschen.

 

Die Folgen eines Staates ohne Gott

 

Staaten ohne Gott wurden im Laufe der Geschichte immer wieder errichtet. Es gab die aus der französischen Revolution hervorgegangene Terrorherrschaft der Jakobiner, das NS-Regime und die unzähligen kommunistischen Diktaturen. In Deutschland und Europa haben wir oft genug erlebt, welche schrecklichen Entwicklungen Staaten nehmen können, die Kreuze aus öffentlichen Gebäuden entfernen. Guillotinen, KZs, Gulags und Mauerschützen waren die Folge. Säkulare Ideologien, die den Menschen

 

von den christlichen Wurzeln befreien wollten, haben die blutigsten Verbrechen in der Geschichte der Menschheit verursacht. Jene, die heute behaupten, der Staat könne doch einfach auf die christlichen Wurzeln verzichten, verdienen unser Vertrauen nicht mehr als jene, die schon in der Vergangenheit ein von den Fesseln des Christentums befreites Utopia versprachen und blutgetränkte Trümmer hinterließen.

 

Mut zum Kreuz!

 

Es mag eine unpopuläre Position geworden sein, aber es lohnt sich das Kreuz und damit das vorstaatliche Fundament unseres freiheitlichen Staates zu verteidigen. Vielleicht kämpfen die säkulare Lobby und der eine oder andere meinungstechnisch zeitgeistige Kardinal dagegen an. Wir als Union dürfen uns von diesem Gegenwind nicht beeindrucken lassen. Personen, die das Kreuz bekämpfen, haben nämlich nicht verstanden, dass sie damit die wichtigste Grundlage der westlichen Zivilisation untergraben. Es ist richtig, dass das Kreuz in Bayern in Amtsstuben, Schulklassen und Gerichtssälen hängt. So werden Politiker, Staatsdiener und alle Bürger unseres Landes daran erinnert, dass sie nicht nur eine Verantwortung vor dem Staat, sondern eine im überpositiven Recht begründete Verantwortung vor Gott und den Menschen haben.

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