Lebensschützer – Ewiggestrige?

 

 

In diesen Tagen erlebt die Republik die Diskussion um den § 219a des Strafgesetzbuches (StGB). Dieser Paragraph regelt das Werbeverbot für Abtreibung. Ein breites Bündnis linker Parteien (SPD, Linke, Grüne) und Teile der FDP wollen dieses Verbot streichen. Warum ist das ein Aufreger-Thema?

 

Was viele nicht wissen: Abtreibung ist schlicht und ergreifend eine Straftat (§ 218 StGB). Es geht also hier um den Versuch Werbung für eine Straftat zu legalisieren! Wer die linksliberale Initiative weiterdenkt kann schnell das eigentliche Motiv finden: die mittelfristige Legalisierung der Abtreibung.

 

In Deutschland dürfen jährlich, nach offiziellen Zahlen, etwa 100.000 ungeborene Kinder das Licht der Welt aufgrund straffreier Abtreibung nicht erblicken. Das bedeutet, dass auf sieben geborene Kinder statistisch ein abgetriebenes Kind kommt! Wie ist das in Deutschland möglich?

 

Abtreibung bleibt unter bestimmten Voraussetzungen straffrei (§ 218a StGB). So muss ein Beratungsgespräch drei Tage vor der ärztlich durchgeführten Abtreibung stattgefunden haben und der Fötus (so heißt das Kind nach der achten Schwangerschaftswoche (SSW)) darf nicht älter als zwölf Wochen sein. Nur knapp 4% der Abtreibungen werden aus medizinischer oder kriminologischer Indikation durchgeführt, das heißt die erdrückende Mehrheit der Abtreibungen wird schlicht durch die oben genannte „Beratungsregel“ straffrei.

 

Nun werden sich manche Fragen: „Wo ist das Problem? Ist doch nur ein Zellhaufen.“ In der Tat wird dieses Argument von Abtreibungsbefürwortern ins Feld geführt. Die kürzlich wegen Abtreibungswerbung medienwirksam verurteilte Ärztin Kristina Hänel sprach gar im Zusammenhang mit Abtreibung von „Schwangerschaftsgewebe“. Wir Lebensschützer definieren den Beginn menschlichen Lebens ab der Verschmelzung von Spermie und Eizelle (Zygote). Dieser Einschätzung schloss sich übrigens auch der Europäische Gerichtshof, im Rahmen einer Rechtsprechung zum Embryonenschutz, 2011 an. Die Zygote hat eine eigene genetische Identität. Spätere Definitionen des menschlichen Lebens (erster Herzschlag, menschliches Aussehen, Geburt, Bewusstseinsbildung) halten Lebensschützer für willkürlich und gefährlich. Das Gerede vom „Zellhaufen“ ist bei der in Deutschland zulässigen „Abtreibungsfrist“ von bis zu zwölf SSW schlicht und ergreifend ein Märchen. In der 6. SSW schlägt bereits das Herz und jeder kann googeln wie weit entfernt vom „Zellhaufen“ das menschliche Antlitz eines Fötus noch deutlich vor der 12. SSW ist.

 

Es ist also erkennbar mit welchen Unwahrheiten bei diesem Tabu-Thema agiert wird. Aufklärung und Sensibilisierung sind angezeigt, von unserer Medienlandschaft aber leider in den meisten Fällen nicht zu erwarten. Lebensschutz ist in meinen Augen ein Kernthema für die moralische Gesundheit der Gesellschaft. Wie wir mit den kleinsten und schwächsten umgehen und was wir von ihnen halten definiert auch unseren Umgang miteinander – bis zum Lebensende. Denn um kranke, alte und sterbende Menschen geht es beim Lebensschutz auch.

 

Die Christdemokraten für das Leben (CDL) ist eine Sonderorganisation der CDU/CSU. Sie setzt sich für den Schutz des Menschen über seine gesamte Lebensspanne ein (Themen wie Abtreibung, Embryonenschutz, Selektion Behinderter, Töten auf Verlangen, u.v.m.). Gegenwärtig gründet sich ein CDL-Kreisverband in Düsseldorf. Für einen Beitritt ist eine CDU-Mitgliedschaft nicht erforderlich. Interesse geweckt? Mehr (Grundsatzprogramm, Positionspapiere und Online-Beitrittsformular) unter www.cdl-online.de. Sehr gerne könnt Ihr auch mich ansprechen (a.giannakis@outlook.de).

 

 

 

 

Embryo in der neunten Schwangerschaftswoche 

 

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3A9-Week_Human_Embryo_from_Ectopic_Pregnancy.jpg

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